Neomanierismus und das Problem der Eigenaktivität der Materie, Prof. Dr. Horst Bredekamp (Berlin)

Der Streit, ob die Kunst die geschaffene Natur (natura naturata) oder die Schöpferkraft (natura naturans) als Modell zu nehmen habe, ist in der Epoche, die den Namen "Manierismus" erhalten hat, zu Gunsten der "schöpferischen Natur" entschieden worden. Mit dem Grundverständnis, dass Natur wie Kunst dem Prozesshaften aller Gestaltungen verpflichtet seien, kam es zu wechselseitigen Verflechtungen, bei denen die Kunst als natürlich und die Natur als künstlich erachtet wurden. Zu fragen ist, ob heute, in einem grundlegend gewandelten Rahmen der technischen und künstlerischen Möglichkeiten, eine ähnliche Problemstellung verfolgt werden kann. Dies führt zur Überlegung, ob die Gegenwart als "Neomanierismus" zu bezeichnen ist.

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