Dr. Aude-Marie Certin

Wissenschaftlicher Werdegang

seit 05/2014
Postdoktorandin im Graduiertenkolleg "Materialität und Produktion" an der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf mit einem Forschungsprojekt zur Vaterschaft in Schrift und Bild
2008 - 2014
Promotionsprojekt: "Die Stadt der Väter. Vaterschaft, Gedächtnis und Gesellschaft in den Familienbüchern und Autobiographien von Nürnberg, Augsburg und Frankfurt (Mitte 14. Jh.bis Mitte 16. Jh.)", unter Betreuung von Prof. Dr. Schmitt und Prof. Dr. Monnet (EHESS/Paris)
2011 - 2013
Stipendiatin am Institut Français d'Histoire en Allemagne, Frankfurt am Main
2008 - 2011
Forschungsstipendiatin des Deutsch-Französischen Doktorandenkollegs der EHESS Paris und der Humboldt-Universität zu Berlin / Lehrbeauftragte an der Universität Paris 7
2007
Aufnahmeprüfung "Agrégation" in Geschichte
2004 - 2005
Master 2 in Geschichte mit dem Thema: "Vaterschaft und Gesellschaft in Deutschland am Ende des Mittelalters" (EHESS/Paris, summa cum laude)
2001 - 2003
Licence-Master 1 in Mittelalterlicher Geschichte (Universität Paris 1 - Panthéon Sorbonne)
1998 - 2001
Master 2 in "Kulturelles Management in Europa" (Institut d'Etudes Européennes Universität Paris 8)
1996 - 1998
"Classes préparatoires littéraires" (Wahlfach: Deutsch)
Abstract des Forschungsprojektes
Die Vaterschaft in Schrift und Bild: eine kulturelle Reformation in Deutschland und der Schweiz während der Reformzeit

Abstract des Forschungsvorhabens

Die Vaterschaft in Schrift und Bild: eine kulturelle Reformation in Deutschland und der Schweiz während der Reformzeit
Mein Forschungsvorhaben behandelt die Formen und die Bedeutungen der Vaterschaft in den Familienbüchern und Bildern (Votivbilder, Bildnisse...) in Deutschland und in der Schweiz im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit. Ich gehe von der Auffassung der Vaterschaft als historischer und kultureller Denkform aus, die am Scheideweg zwischen Gesellschaft, Familie und Individuum steht. Meine Forschung bezieht sich insbesondere auf die Studien des französischen Mediävisten Jérôme Baschet, der hervorgehoben hat, dass es im Mittelalter eine "Hierarchie der Väter" gibt, in der die 'leiblichen' Väter relativ entwertet sind. Indem ich Objekte, die von den Familienvätern geschrieben oder in Auftrag gegeben wurden, untersuche, werde ich fragen, wie sich diese Hierarchie im Spätmittelalter entwickelt hat. Die Hypothese, die ich prüfen möchte, besteht darin, dass eine "kulturelle Reformation" (Bernhard Jussen) der Vaterschaft ab dem Ende des Mittelalters, d. h. schon vor der protestantischen Reformation stattfindet, die sich durch eine Neudefinition der Hierarchie zwischen 'geistlichen' und 'leiblichen' Vätern und die Verstärkung der 'leiblichen' Vaterschaft in der Familie und in der Stadt kennzeichnet. Diese globale Entwicklung der Vaterschaft könnte über die Familie weit hinausgehen und neuartige Vorstellungen von Gesellschaft und Politik ins Spiel bringen. Ich möchte also hervorheben, inwiefern die Entwicklungen der kulturellen Formen der Vaterschaft durch Schrift und Bild erfolgen und sichtbar werden und was für Folgen sie für die globale, soziale Konfiguration haben - auf religiöser und politischer Ebene, aber auch für die Vorstellungen der Gemeinschaft, sowie für die Beziehungen zwischen Eltern/Kindern und Männern/Frauen.

Kontakt
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