Sarah Sigmund

Wissenschaftlicher Werdegang

seit 10/2015
Stipendiatin im Graduiertenkolleg "Materialität und Produktion"
05/2015 - 07/2015
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kunstpädagogik der TU Dresden
09/2014 - 02/2015
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, im Rahmen des 250-jährigen Jubiläums, zur Ausstellung "Mark Dion - The Academy of Things" und der Tagung "Curiosity 2.0 - Die Wunderkammer in der Zeitgenössischen Kunst"
seit 05/2012
Mitbegründerin, Vorstandsmitglied und Kuratorin des Offspace Hole of Fame e.V., Dresden
10/2010 - 02/2014
Masterstudium der Kunstgeschichte an der TU Dresden sowie Studium am University Collage Cork, Irland, im Rahmen eines Erasmus-Stipendiums (WS12/13)
02/2010 - 08/2010
Praktika im Guggenheim Berlin sowie im Kunstfond Dresden (Forschungsarbeit, Inventarisierung)
10/2007 - 09/2010
Bachelorstudium der Kunstgeschichte und Geschichte an der TU Dresden

Abstract des Dissertaionsprojektes

Hybridwesen: Die Transformation der menschlichen Gestalt in der zeitgenössischen Kunst - Transkulturelle Materialitäten im Diskurs um Identität und Differenz
In meinem Dissertationsprojekt sollen hybride Körper der zeitgenössischen Kunst seit den 1970er Jahren untersucht werden, die einerseits von der menschlichen Erscheinung ausgehen, andererseits der Phantasie des Menschen entsprungen sind. Halbwesen zwischen Mensch und Tier, Mensch und Maschine, mutierte menschliche Körper ebenso wie humanoide Außerirdische finden sich spätestens seit den 1970er Jahren in unterschiedlichsten künstlerischen Medien wieder. Von diesen künstlerischen Positionen ausgehend soll untersucht werden, wie Hybridwesen, die divergierende Dinge und Stofflichkeiten vereinen, Binärsysteme des Denkens sichtbar machen und vielleicht sogar aufheben. Gleichzeitig soll beobachtet werden, ob es von Seiten der Künstler/innen, aber auch von der ästhetischen Theorie in Auseinandersetzung mit diesen Objekten, gelingt ein neues Verständnis von Identität und Differenz zu entwerfen. Einige der zu untersuchenden künstlerischen Positionen beziehen sich gezielt auf motivische Vorbilder aus antiken Mythologien, Weltchroniken, Science-Fiction-Literatur aber auch auf filmisch visualisierte Vorstellungen extraterrestrischer Lebewesen und befragen deren Ikonografie.
Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelten Techniken der Collage und Assemblage führen zur Hybridität artifizieller Objekte und deren Materialität. Verschiedene künstlerische Verfahren sollen der Arbeit als Gliederungsstruktur dienen. Neben collagierten und plastischen Chimären werden Amalgamierungen des menschlichen Körpers in Performance und Body Art untersucht sowie unter dem Begriff Cybercollage Hybride, die von ihrer Körperlichkeit zur Fläche transformieren.
Im Rahmen des spezifischen historischen Kontextes lassen sich durch die Materialitäten der zu besprechenden Hybridwesen, Transformationsprozesse künstlerischer Produktion sowie das Verhältnis von Materialität und Immaterialität untersuchen. Da viele der zu untersuchenden künstlerischen Strategien Dinge des Alltäglichen - wie beispielsweise Textilien - inkorporieren, lassen sich latente Relationen dieser Materialitäten beobachten. Der Schwerpunkt dieser Untersuchung liegt zweifelsohne in der Kunstwissenschaft, da der Fokus auf zeitgenössische Artefakte und Materialitäten gerichtet ist. Interdisziplinär ist das Thema vor allem eng verknüpft mit Fragestellungen der Gendertheorie, Transkulturalität und Dekolonialisierung. Ausgehend von den künstlerischen Objekten wird im Sinne des material turns hinterfragt, wie durch Bilder und Materialität kulturelles Wissen und Authentizität erzeugt wird und wie wir diese sichtbaren Zeichen aus globaler Perspektive zu hinterfragen haben. Durch die exemplarisch vorgestellten künstlerischen Positionen sollen Begriffe wie Identität, Differenz und Kultur, sowie der westliche Blick auf das Fremde kritisch hinterfragt werden.

Kontakt
sarah.sigmund(at)hhu.de

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