Martin Bartelmus

Wissenschaftlicher Werdegang

seit 05/2014
Stipendiat im Graduiertenkolleg "Materialität und Produktion"
04/2014 bis 09/2014
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am Lehrstuhl für Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte
01/2010 bis 01/2014
Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte I an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
01/2010 bis 01/2014
Tutor für den Zyklus "Überblicksvorlesung Literatur­geschichte" am Lehrstuhl für neuere deut­sche Literaturgeschichte und am Lehrstuhl für neuere deutsche Literatur- und Ideengeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
01/2010 bis 12/2013
Tutor für das Basismodul "Gattungen" am Lehr­stuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
01/2009 bis 12/2009
Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte II an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
10/2007 bis 01/2014
Magisterstudium der Germanistik und der Philosophie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Abstract des Dissertationsprojektes

Cultural Born Killers. Eine Poetologie des Tötens um 1900
Das Projekt wird sich mit der Poetik des Tötens in der Literatur der klassischen Moderne auseinandersetzen. Dreh- und Angelpunkt der Analyse werden die Tötungsinstrumente, die Tatwaffen sein. Die Frage nach der Technik des Tötens in literarischen Texten eröffnet eine neue Sichtweise auf Texte von Hofmannsthal, Kafka, Heym, von Alfred Döblin, Wedekind und Robert Müller. Die Perspektivierung auf die Tatwaffen bietet die Möglichkeit zwei Felder ins Spiel zu bringen, die zusammen noch nicht als wissenschaftliche Methode in der Literaturwissenschaft gedacht werden; Dingtheorie und Metapherntheorie. Besonders die Akteur-Netzwerk-Theorie von Bruno Latour soll dabei im Mittelpunkt stehen. Es geht um die materielle und narrative Produktion von Netzwerken und Kollektiven, in denen Dinge, Menschen und Tiere zu Handlungsträgern gemacht werden. Es geht um die Netzwerke, die um das Töten, Morden und Sterben, die Tatwaffen, die Opfer und Täter gespannt sind. Es geht um die Tatwaffe als Generator dieser Netzwerke und Bezugspunkt der Kollektive. Zusammen mit Metapherntheorien von Max Black, Jacques Derrida und Hans Blumenberg soll gezeigt werden, welche Bedeutung die Materialität der Tötungsinstrumente für die narrative Konzeption der Literatur und Produktion der Literatur besitzt. Ziel ist es, die Akteur-Netzwerk-Theorie im Sinne Bruno Latours zu einer literaturwissenschaftlichen Methode zu machen, mit deren Hilfe Metapher und Materialität in literarischen Texten zusammengebracht werden können. So gerät die Konstellation von Akteuren – Dinge, Menschen, Tiere, Wissen – in eine neue Perspektive. Ihre Zusammenhänge, ihre Produktion, ihre Materialität, ihre Rituale, Grenzüberschreitungen und Grenzziehungen werden im Kontext einer gesellschaftlichen, philosophischen und politischen Normalisierungstendenz sichtbar. Das Ding, die Tatwaffe generiert das Netzwerk, in dem sich die Akteure positionieren. An ihr und um diese gruppiert sich eine Poetik des Tötens und des Getötet-Werdens. "Mit einem Wort, die Tatsache des Tötens und die Tatsache des Schreibens, die vollbrachten Taten und die erzählten Dinge als gleichartige Elemente sind ineinander verschlungen." (Foucault, Michel: Der Tod, den man erzählt)

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